Kinderbuchautorin
Hannelore Jost


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Wunderschönhausen und seine wahre Geschichte



Wunderschönhausen und seine wahre Geschichte
Einband Softcover, 138 Seiten, 20 Bilder
Preis: 14,90 Euro

ISBN 978-3-9817038
Kinderbücher mit einer Altersempfehlung 9-12 Jahre

Leseprobe

Frieda stand im Safari-Park, mitten auf einer grünen Wiese, mit gelben, roten, weißen und blauen Blumen. Ein leichter, warmer Wind wehte. Ihr rotes Prinzessinnenkleid war so lang, dass von ihren silbernen Schuhen nur die Schuhspitzen hervorschauten. Sie freute sich wieder in Wunderschönhausen zu sein. Dann schaute sie sich um.
„Hallo Frieda, bist du auch durch den Regenbogen gereist?", Ritter Paul von Rittersgrün stand vor ihr. Sonnenstrahlen spiegelten sich in seiner Rüstung. Paul lachte. Dabei kniff er seine Augen zu kleinen Schlitzen zusammen. Er freute sich Frieda zu sehen. „Ich habe schon auf dich gewartet. Der Heilige Ibis sagte mir, dass er dich besuchen wird. Frieda, es ist schön, dass du da bist."
Frieda fühlte, wie sich ihre Wangen röteten. Sie konnte nicht sagen, was mit ihr los war, aber immer wenn sie Paul anschaute, hatte sie so ein komisches Gefühl im Bauch. Sie war gern in seiner Nähe.
Frieda verzog ihr Gesicht zu einen breiten Grinsen und antwortete: „Ich bin auch froh, dich hier zu sehen. Aber viel lieber hätte ich mit dir gespielt, als schon wieder Wunderschönhausen retten zu müssen."
„Ja leider. Warum sind wir immer nur hier, wenn wir Wunderschönhausen retten müssen. Ich würde auch viel lieber mit dir spielen. Aber Wunderschönhausen braucht unsere Hilfe", Paul stöhnte. „Weißt du was geschehen ist? Warum braucht Wunderschönhausen unsere Hilfe. Hier ist es doch wie immer. Ich kann nichts Ungewöhnliches entdecken."
Die Kampfhornisse Rosinante, welche zusammen mit Paul nach Wunderschönhausen gekommen war, schaute das Mädchen beleidigt an. Frieda hatte sie doch tatsächlich übersehen. „He, ihr beiden, ich bin auch noch da."
Frieda sah die Kampfhornisse verlegen an. „Hallo Rosinante, entschuldige. Natürlich habe ich dich nicht übersehen." Freundlich streichelte Frieda Rosinante über ihren behaarten Rücken. „Ich freue mich sehr, dich zusehen. Danke, dass du da bist."
„Ist schon gut", entgegnete Rosinante noch ein wenig beleidigt.
Frieda schaute sich um. Sie sah Kinder, die im Safari-Park spielten, lachten und sangen. Sie hörte das Lied von dem bunten Schmetterling, das sie einst selbst hier sang, damals als sie das erste Mal in Wunderschönhausen war. Frieda sah auch viele Schmetterlinge, Käfer und Bienen. Es schien alles normal zu sein. „Wunderschönhausen soll krank sein. Ich kann nichts Ungewöhnliches entdecken."
Nun schaute sich auch Paul um. Bedächtig meinte er: „Ich weiß auch nicht recht. Aber vielleicht sollten wir zuerst einmal die Wächter der Schönheitspolizei fragen. Sie wissen doch alles, was in Wunderschönhausen geschieht."
„Die Wächter der Schönheitspolizei, das sind diese lustigen, regenbogenfarbenen Kugeln. Wo sind diese nur? Ich sehe keine!", wunderte sich nun auch Frieda. „Sie begrüßen doch sonst jedes einzelne Kind, welches nach Wunderschönhausen kommt. Ich weiß noch, wie ich sie das erste Mal sah, als so eine lustige Kugel um mich herum hüpfte und meinte, dass ich die schönste Prinzessin sei und sie sich danach zu einem Spiegel aufrollte. In diesem Spiegel sah ich mich, so schön, wie ich sein wollte. Und als dann der Spiegel mit mir sprach, bekam er sogar ein Gesicht." Träumerisch sprach Frieda weiter. „Mir fehlen die Spiegel, mit diesen lustigen, großen Augen. Ohne sie ist Wunderschönhausen nicht Wunderschönhausen. Sie achten auf die Schönheit. Sie kommen mit einer Waschschüssel und waschen alles blitzblank, kämmen das Haar, oder putzen einfach nur die Schuhe. Sie achten darauf, dass nicht ein einziges Kind unsichtbar wird. Ohne sie ist es hier sehr, wirklich sehr gefährlich!"